
«Jede und jeder bringt seine/ihre eigenen Erfahrungen und künstlerische Persönlichkeit in das Quartett ein – darauf freue ich mich sehr.»
Chiara Samatanga im Gespräch mit Andreas Müller-Crepon über ihr Konzert vom 23. September 2026 im Kaufleuten Zürich.
Du hast vor 12 Jahren als junge Cellistin und Solistin selber von der Orpheum Förderung profitiert. Was hat das damals ausgelöst?
Ich konnte 2013 mit dem Tonhalle-Orchester das Konzert von Robert Schumann spielen und danach auch mit Howard Griffiths und dem Münchner Kammerorchester das Wranitzki-Cellokonzert für die CD einspielen. Das war ein wichtiger Zeitpunkt für mich und hat viele Türen geöffnet. Und es fühlte sich ganz anders an als Wettbewerbs-Konzerte. Die Auswahl ist weniger auf Konkurrenz fokussiert, und vielleicht war der Effekt darum für mich umso nachhaltiger.
Es war ja eine Art Heimspiel für mich, weil ich das Orchester schon gut kannte.
Und umgekehrt! Musstest Du für die Position als Zuzügerin damals auch ein Probespiel absolvieren?
Ja – es ist tatsächlich das einzige Probespiel, an dem ich jemals teilgenommen habe.
Für das Orpheum-Konzert „Chambre séparée“ spannst Du mit drei jüngeren Orpheum-Solist*innen zusammen. Kennst Du sie schon?
Nein, ich bin ihnen noch nicht begegnet. Aber ich habe schon früher Erfahrungen gesammelt mit dieser Form der Kammermusik. Auch am Festival von Prussia Cove, das von meinem Lehrer Steven Isserlis geleitet wird, habe ich immer wieder in völlig neuen Formationen Musik gemacht. Das war sehr inspirierend und lehrreich.
Wie siehst Du dich in diesem Ensemble, das in den Proben erst mal zusammenfinden muss – Du hast ja auch im Carmina Quartett mit Deinen Eltern enorme Erfahrung angesammelt, was Kammermusik angeht. Wirst Du hier die Rolle als Coach übernehmen?
Ich denke, wir werden uns da auf Augenhöhe begegnen. Jede und jeder bringt seine/ihre eigenen Erfahrungen und künstlerische Persönlichkeit in das Quartett ein – darauf freue ich mich sehr.